Donnerstag, 30.04.2026

Hanau behandelt rund 850 Eichen zur Vorbeugung gegen Eichenprozessionsspinner

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Die Stadt Hanau hat erneut umfangreiche Präventivmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner durchgeführt. Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) behandelte nach eigenen Angaben rund 850 Eichen, vor allem an Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen, in Parkanlagen, auf Friedhöfen und an stark frequentierten Straßen.

Präventive Maßnahmen im Stadtgebiet

Die Behandlungen wurden prophylaktisch eingesetzt. Ziel ist es, die Raupen bereits in frühen Entwicklungsstadien zu bekämpfen, bevor sie die für den Menschen gefährlichen Brennhaare ausbilden. Laut Stadt treten die Tiere im gesamten Stadtgebiet auf, bevorzugen jedoch bestimmte Eichenarten wie Stiel, Ungarische und Traubeneichen sowie sonnige Standorte wie freistehende Bäume und Waldränder.

Einsatz und Wirkstoff

Die Maßnahme erfolgte in Form einer Vernebelung mit einem biologischen Spritzmittel auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis. Das Mittel wird über den Blattfraß von den Raupen aufgenommen und hemmt ihre weitere Entwicklung. Für eine wirksame Behandlung sind bestimmte Witterungsbedingungen erforderlich, zudem müssen die Blätter eine sogenannte Mausohrgröße erreicht haben, damit das Mittel ausreichend aufgenommen wird.

Wirkung und weitere Maßnahmen

Nach Angaben der Stadt zeigt die langjährige Strategie Wirkung. In den behandelten Bereichen bewegen sich die Populationen des Eichenprozessionsspinners seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Ein vollständiger Ausschluss einzelner Befälle sei jedoch nicht möglich. Sollte es an nicht behandelten Bäumen zu einem Befall kommen oder präventive Maßnahmen nicht greifen, werden Nester von spezialisierten Firmen mechanisch entfernt und abgesaugt.

Kosten und Hinweise für die Bevölkerung

Die Kosten für die diesjährige Bekämpfung belaufen sich auf rund 8000 Euro und liegen damit im Rahmen der vergangenen Jahre. Die Stadt bittet die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit, da die Brennhaare der Raupen Hautreizungen, allergische Reaktionen und Atembeschwerden auslösen können. Verdächtige Gespinste oder Ansammlungen von Raupen sollten nicht berührt und den zuständigen Stellen gemeldet werden.

Hintergrund zum Schädling

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen zwischen April und Mai schlüpfen und mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden sie die charakteristischen Brennhaare, die gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Das namensgebende Verhalten ist das Marschieren der Raupen morgens und abends hintereinander in die Baumkrone, während sie tagsüber in ihren Nestern ruhen.

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