Montag, 09.03.2026

Arbeiten an Aartalbahnbrücke in Dotzheim beginnen mit Anprallschutz und Sanierungsplan

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In Dotzheim haben in dieser Woche die ersten Instandsetzungsarbeiten an der Aartalbahnbrücke über der Flachstraße begonnen. Die Eisenbahnbrücke war nach einem Lkw Anprall im Jahr 2009 für den Schienenverkehr gesperrt worden. Die Sperrung hatte damals das Ende des regulären Einsatzes der Museumseisenbahn der Nassauischen Touristik Bahn zur Folge.

Baumaßnahmen und Zeitplan

Als erster Schritt wird vor und hinter dem Brückenbauwerk ein Anprallschutz errichtet. Bei diesem massiven Stahlbauwerk kommen Doppel T Träger zum Einsatz, um zu verhindern, dass künftige Lkw Unfälle die eigentliche Brücke beschädigen. Die ausführende Firma bezeichnet die Konstruktion als Schutz, der kritische Schäden am Bauwerk dauerhaft vermeiden soll.

In einem zweiten Bauabschnitt, der für die Osterferien geplant ist, soll die Brücke selbst repariert werden. Dann werden die Unfallschäden aus den vergangenen Jahren beseitigt und der Farbanstrich erneuert. Gleichzeitig werden Maßnahmen umgesetzt, damit die Brücke künftige Anforderungen an den öffentlichen Personennahverkehr erfüllen kann. Vorgesehen ist eine Auslegung für rund 19 000 Überfahrten pro Jahr mit modernen Nahverkehrstriebwagen bei einer Geschwindigkeit von 60 km h.

Unter Federführung der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH sind darüber hinaus in den kommenden Monaten weitere Arbeiten entlang der Strecke geplant. Aktuell laufen Gleisbauarbeiten in Dotzheim. Im Mai sind Sanierungen an den Eisenbahnbrücken Grundmühlweg und Wiesenstraße vorgesehen und in den Sommerferien Arbeiten an der Brücke über die Schiersteiner Straße. Der südliche Abschnitt zwischen dem Gleisanschluss der Sektkellerei Henkell und dem Bahnhof Wiesbaden Dotzheim soll im Sommer dieses Jahres fertiggestellt werden. Vorbehaltlich der Genehmigungen durch die zuständige Landeseisenbahnaufsicht könnte der südliche Streckenabschnitt noch 2026 wieder für Museumseisenbahnverkehre in Betrieb genommen werden. Die Inbetriebnahme des Abschnitts über die Eiserne Hand bis zum Bahnhof Hahn Wehen ist für 2028 oder 2029 geplant.

Finanzierung und Zielsetzung

Die Stadt Wiesbaden trägt die Kosten des Gesamtpakets maßgeblich. Die Baumaßnahmen werden durch einen kommunal verbürgten Kredit und Zuschüsse unterstützt und von der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH umgesetzt. Der Vorsitzende der Nassauischen Touristik Bahn begrüßte die Fortschritte und dankte der Landeshauptstadt Wiesbaden für die finanzielle Unterstützung, die die Arbeiten erst möglich gemacht habe.

Der Verkehrsdezernent der Stadt erklärte, die Maßnahmen verfolgten eine Doppelstrategie. Zum einen solle der Museumseisenbahnverkehr die Strecke schnell und sichtbar wieder in Betrieb bringen. Zum anderen würden die jetzt begonnenen Infrastrukturmaßnahmen bereits die Voraussetzungen für eine spätere Wiederaufnahme des Regelbetriebs schaffen. In der Planungsphase werde eng zwischen Stadt und Aartalbahn Infrastruktur gGmbH abgestimmt, damit größere Sanierungen auch die Belange einer künftigen ÖPNV Reaktivierung berücksichtigen.

Beteiligte Unternehmen und Ausblick

Die technischen Arbeiten führt eine Stahlbaufirma aus, deren Projektleiter die Details zum Anprallschutz erläuterte. Neben der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH sind an den Bauarbeiten Vertreter der ausführenden Firmen und lokale Verantwortliche beteiligt. Auf Grundlage der aktuellen Planung sollen die Schutzmaßnahmen vor allem verhindern, dass Unfälle künftig erneut zu langen Streckensperrungen führen.

Wenn die Genehmigungsverfahren planmäßig verlaufen und die Arbeiten wie vorgesehen umgesetzt werden, könnte die Aartalbahn in den kommenden Jahren schrittweise wieder in Betrieb gehen. Für die betroffenen Anwohner und für die Betreiber der Museumseisenbahn bleibt zunächst die Sicherung der Brücke ein zentraler Baustein für die Rückkehr des Schienenverkehrs.

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