Die 49. Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden ist am Sonntagabend nach zehn Tagen zu Ende gegangen. Veranstalter und Stadt ziehen ein durchweg positives Bild: Hunderttausende Menschen nutzten das Angebot aus Weinverkostungen, Bühnenprogramm und neuen Formaten. Die Atmosphäre beschreiben Beteiligte als friedlich und kommunikativ, trotz wetterbedingter Unterbrechungen während der Festwoche.
Publikum, Stimmung und Sicherheit
Das Fest lockte Besucherinnen und Besucher auf das Dern’sche Gelände, den Schlossplatz und die Plätze um die Marktkirche. Die erste Festwoche war von heißen Temperaturen geprägt, nach einem Regenschauer kühlte es ab. Es habe zwei wetterbedingte Unterbrechungen und eine einmalige Absage am Mittwochabend gegeben, die Gesamtstimmung wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Die Rettungskräfte meldeten überwiegend Einsätze wegen Kreislaufproblemen und Wespenstichen an sonnigeren Tagen. Größere Zwischenfälle blieben aus.
Die Stadt hob die Arbeit der Entsorgungsbetriebe hervor, die für saubere Veranstaltungsflächen sorgten. Auch der Getränkeverkauf spiegelte die Wetterlage wider: Am Stand eines Stadtwerks wurden rund 7 000 Liter Wasser und zusätzlich 1 500 Liter eines mit Fruchtaromen verfeinerten Getränks ausgeschenkt.
Programm und neue Angebote
Musikalisch waren 50 Bands auf drei Bühnen präsent. Besonders beachtet wurden die dreimal veranstalteten Riesling Vibes, elektronische Sets, die junge Gäste ansprachen und zum Mitfeiern animierten. Neben dem klassischen Weinangebot setzten die Organisatoren auf neue Formate, um die Veranstaltung zu öffnen und zu vertiefen.
Das neue Format Wein.Walk führte in kleinen Gruppen zu ausgewählten Winzern. Moderatorinnen und Moderatoren ermöglichten persönliche Gespräche und Verkostungen direkt am Stand der Produzenten. Ergänzt wurde das Angebot durch das Bühnenformat Wein und More, in dem regionale Geschichten, Kurioses und historische Hintergründe zur Rheingauer Weinkultur präsentiert wurden.
Fachlicher Austausch und digitale Präsenz
Erstmals tauschten sich digitale Creatorinnen und Creator aus dem Weinbereich im Rahmen eines moderierten Rundgangs intensiv mit Jungwinzern über Premium-Lagen aus. Unter fachlicher Begleitung wurden zehn ausgewählte Weine verkostet. Die Teilnehmenden dokumentierten die Eindrücke anschließend auf ihren Social Media Kanälen, wodurch die Weinwoche auch online zusätzliche Reichweite erzielte.
Ein weiteres Angebot war eine Sekt-Hopping-Tour mit 18 Teilnehmenden, die im Vorfeld ausgebucht war. Die Tour zielte darauf ab, die Bandbreite von Sekten neben den klassischen Rieslingen erlebbar zu machen und Fachwissen vermittelt durch eine Weinmoderatorin anzubieten.
Winzer, Ernte und Ausblick
Die Winzer berichteten von zusätzlichen Herausforderungen in diesem Jahr, weil bei manchen bereits die Ernte begonnen hat. Viele kombinierten Arbeit im Weinberg und Keller mit Präsenz an den Weinständen. Erste Rückmeldungen zur Qualität lassen auf einen guten Jahrgang 2026 hoffen, wie Vertreter des Weinbauverbands erläuterten. Gleichzeitig betonten sie die Bedeutung der Weinwoche als zentrales Treffen mit Stammkundschaft und als Plattform zur Markenbildung.
Die Organisatoren kündigten bereits das Jubiläum an: Im kommenden Jahr wird die Veranstaltung ihr fünfzigjähriges Bestehen feiern. Die Erfahrung aus der 49. Auflage soll in die Planung der kommenden Ausgabe einfließen.
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