Ab Samstag, dem 11. Juli, können Besucherinnen und Besucher der Wiesbadener Innenstadt einen neuen Audiowalk nutzen, der an zehn Orten kurze Hörsequenzen zur lokalen Demokratiegeschichte und zu aktuellem bürgerschaftlichem Engagement anbietet. Das Projekt ist Teil des Programms der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und macht politische Praxis und Erinnerung im öffentlichen Raum akustisch erfahrbar.
Wie der Audiowalk funktioniert
An jeder Station ist ein QR Code angebracht. Mit dem Smartphone lassen sich die Beiträge in deutscher und englischer Sprache sowie in einfacher Sprache abrufen. Die einzelnen Sequenzen sind für sich hörbar und können zu einem längeren Spaziergang durch die Innenstadt kombiniert werden. Für die Kennzeichnung der Orte werden vorhandene Informationsstelen ergänzt, zusätzlich sind die Stationen im digitalen Stadtzwilling verzeichnet.
Stationen und thematische Schwerpunkte
Die Auswahl der zehn Orte will verschiedene Facetten demokratischen Lebens abbilden. Erinnerung an Verfolgung und Verbrechen des Nationalsozialismus steht an mehreren Stationen im Mittelpunkt. Dazu gehören das Aktive Museum für Deutsch Jüdische Geschichte, das Kulturzentrum Schlachthof mit seinem Mahnmal für deportierte Jüdinnen und Juden sowie die KZ Gedenkstätte Unter den Eichen.
Ein anderer Schwerpunkt sind Orte der politischen Neuordnung und des parlamentarischen Lebens nach 1945. Das Georg Buch Haus erinnert an die Verhandlungen über die hessische Verfassung. Die Oranienschule markiert den Tagungsort der Verfassungberatenden Landesversammlung. Der Hessische Landtag und das Neue Rathaus stehen für heutige Parlamente und kommunale Selbstverwaltung. Ergänzt wird das Spektrum durch städtische und zivilgesellschaftliche Orte wie das Büro für staatsbürgerliche Frauenarbeit, die BRITA Arena als Symbol für Vereinsleben und den Hauptbahnhof als wiederkehrenden Startpunkt großer Demonstrationen.
Bestand und Perspektiven
Die Initiatoren kündigen an, dass der Audiowalk über die Laufzeit der World Design Capital hinaus bestehen bleiben soll. Eine spätere Erweiterung um weitere Orte in Wiesbaden oder in anderen Kommunen wird angedacht. Träger und Partner nutzen bestehende Infrastruktur, um die Stationen langfristig sichtbar und digital zugänglich zu halten.
Die Stadt Wiesbaden unterstützt das Vorhaben. Nach Angaben der Verantwortlichen soll der Audiowalk dazu beitragen, demokratische Praxis als etwas Alltägliches zu vermitteln und daran zu erinnern, dass demokratische Werte aktiver Pflege bedürfen.
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