Mittwoch, 04.03.2026

Baubeginn am Schlossplatz: Hanau investiert 15,5 Millionen Euro in Erweiterung der Karl Rehbein Schule

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Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Stadt Hanau den Bau der Dependance II der Karl Rehbein Schule am Schlossplatz begonnen. Für den Erweiterungsbau der Oberstufe sind rund 15,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Fertigstellung ist für Sommer 2028 geplant. Das Vorhaben soll zusätzlichen Raum für die derzeit teilweise ausgelagerte Oberstufe schaffen und das Schulangebot in der Innenstadt zentralisieren.

Feierlicher Baubeginn und Zeitkapsel

Vertreter aus Politik, Verwaltung und Schulgemeinschaft nahmen an der Zeremonie teil. Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri erklärte, der Neubau reagiere auf den steigenden Raumbedarf und schaffe moderne Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie gute Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte. Schulleiter Stephan Rollmann bewertete den Spatenstich als wichtiges Signal für die Schulgemeinde. Während der Veranstaltung wurde außerdem eine Zeitkapsel bestückt, die später in das Gebäude eingelassen werden soll. Sie enthält unter anderem Münzen, eine aktuelle Zeitung, ein Jahrbuch der Schule, Stadtdaten, Fotos zur Entwicklung des Schlossplatzes und den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Bau.

Gebäude und geplante Nutzung

Der Neubau erhält eine Nutzfläche von rund 2 600 Quadratmetern und wird in Massivbauweise mit Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss sowie teilweiser Unterkellerung errichtet. Insgesamt sind 17 Klassenräume für die Oberstufe vorgesehen. Hinzu kommen Verwaltungsräume, Aufenthaltsbereiche und diverse Nebenräume. Im Erdgeschoss sind unter anderem sieben Klassenräume, ein Lehrerstützpunkt, Schüler Sanitäranlagen, eine barrierefreie Toilette und ein Aufzug geplant. Über eine offene Verbindungstreppe gelangt man in die oberen Geschosse. Im ersten Obergeschoss sind Verwaltungs- und Personalräume sowie sechs weitere Klassenräume geplant. Das Dachgeschoss enthält zusätzliche Unterrichtsräume, einen flexibel nutzbaren Veranstaltungsraum und eine vorgesehene Dachterrasse in Richtung Fronhof. Im Untergeschoss werden technische Räume, Lagerflächen und Schließfächer untergebracht.

Architektur im historischen Umfeld und technische Ausstattung

Architektonisch gliedert sich das Gebäude in zwei Baukörper. Zum Schlossplatz hin ist ein Satteldachbau mit Sandsteinfassade vorgesehen, der sich in Gestalt und Höhe an das denkmalgeschützte Umfeld anpasst und unterhalb der benachbarten Alten Kanzlei bleibt. Zum Fronhof hin entsteht ein moderner Flachdachbau mit Putzfassade, Fassadenbegrünung und begrüntem Dach. Beide Bereiche werden durch eine zentrale, lichtdurchflutete Halle verbunden. Die Umsetzung übernimmt der städtische Eigenbetrieb Hanau Immobilien und Baumanagement in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bildung.

Nachhaltigkeit, Vorgeschichte und städtischer Kontext

Ein Schwerpunkt des Neubaus liegt auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die Wärmeversorgung soll durch eine Wärmepumpe erfolgen, die Luft und Wasser nutzt, ergänzt durch eine Photovoltaikanlage. Dachbegrünung, Fassadenbegrünung und eine Lüftungsanlage mit Nachtauskühlung sollen den Energieverbrauch im Sommer reduzieren. Vor dem Baubeginn wurden vorbereitende Maßnahmen getroffen. Im Oktober des vergangenen Jahres begann der Abbruch des ehemaligen Hauses des Handwerks, des Hans Sachs Haus. Archäologische Voruntersuchungen dokumentierten und sicherten Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit einem Halbschalenturm, mehrere historische Brunnen sowie Mauerreste und Gewölbekeller im Bereich des Fronhofs.

Mit der Inbetriebnahme der Dependance II kann die derzeit teilweise in der Pestalozzischule untergebrachte Oberstufe, die aktuell rund 350 Schülerinnen und Schüler umfasst, an den neuen Standort ziehen. Insgesamt besuchen etwa 1 900 Schülerinnen und Schüler die Karl Rehbein Schule.

Die Stadt Hanau verantwortet 27 Schulen an 35 Standorten, davon 25 in städtischer Trägerschaft. Der neue Schulentwicklungsplan 2025 bis 2029 sieht weitreichende bauliche Entwicklungen vor, dazu zählen Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen. Der Eigenbetrieb Immobilien und Baumanagement plant bis 2029 Investitionen von mehr als 150 Millionen Euro für Neubauten und Erweiterungen. Zusätzlich sind jährlich drei bis vier Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen an den Schulen vorgesehen.

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