Montag, 12.01.2026

Sozialforum in Hanau startet mit hoher Nachfrage und übernommenen Rückständen

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Das neue Sozialforum in der Willy Brandt Straße 23 in Hanau ist in der ersten Woche nach der Eröffnung stark frequentiert worden. Jobcenter und Sozialamt zogen eine erste Bilanz: Viele persönliche Kontakte und positive Rückmeldungen stehen einem beträchtlichen Umfang an übernommener Verwaltungsarbeit gegenüber, die nun abgearbeitet werden soll.

Erste Woche: hohe Nachfrage und erste Zahlen

Das Jobcenter Hanau verzeichnete in den ersten vier Tagen rund 400 persönliche Vorsprachen. Den Angaben zufolge konnten die Anliegen von 285 Personen sofort von den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern bearbeitet werden. Telefonisch wurden 552 Anrufe entgegengenommen. Insgesamt seien alle etwa 5.200 Bedarfsgemeinschaften mit rund 11.300 Menschen im Leistungsbezug entweder bereits bearbeitet worden oder die Bearbeitung sei begonnen worden.

Auch das Sozialamt meldete zahlreiche Kontakte. Bis zum 7. Januar wurden 98 Besucherinnen und Besucher im Kundenverkehr gezählt, davon 48 in persönlichen Beratungsgesprächen. Auffällig war, dass nur wenige Termine vorher vereinbart wurden. Darüber hinaus registrierte das Sozialamt 434 telefonische Kontakte und 146 persönliche Vorsprachen, insgesamt 580 Kontakte in der Anfangswoche.

Übernommene Rückstände und Personalsituation

Mit der Kreisfreiheit hat die Stadt Hanau Zuständigkeiten vom Main Kinzig Kreis übernommen. Dabei gingen auch umfangreiche Altbestände an Verwaltungsakten an die Stadt. Im Jobcenter handelt es sich nach Angaben der Geschäftsführerin Monika Wendt um etwa 4.800 Poststücke und rund 800 unbearbeitete Anträge. Im Sozialamt nennt Amtsleiterin Carina Blom Martin 2.214 offene Poststücke und etwa 250 noch nicht entschiedene Neuanträge. Beide Einrichtungen betonen, dass sich in den Rückständen auch komplexe Einzelfälle befinden, etwa zu Pflegeleistungen oder Kosten der Unterkunft.

Die Personalsituation ist nach Angaben der Verwaltung insgesamt stabil. Im Jobcenter wurden 130 Planstellen eingerichtet, 118 sind besetzt, 12 Stellen sind noch im Auswahlverfahren. Im Sozialamt wurden 82,5 Planstellen geschaffen, 78 sind besetzt und 4,5 Stellen sind offen. Zum 1. Januar wechselten 56 Beschäftigte von Kreisstellen zur Stadt, davon 45 ins Jobcenter und zehn ins Sozialamt. Zudem traten 48 neue Mitarbeitende am 2. Januar ihren Dienst an und befinden sich in der Einarbeitung.

Organisation, Anpassungen und Ausblick

Beide Einrichtungen nennen klare Zeitziele: Die vorgefundenen Rückstände sollen innerhalb der ersten sechs Monate vollständig aufgearbeitet werden. Zudem ist vorgesehen, mit jedem Arbeitslosen innerhalb der ersten drei Monate einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Die Verwaltung verweist auf erarbeitete Prozesse und Arbeitsabläufe, die sich in der Anfangsphase als tragfähig erwiesen hätten.

Praktische Hinweise aus der ersten Betriebswoche wurden bereits aufgenommen. Akustikprobleme in Beratungsräumen und Hinweise zur Temperatur im Wartebereich sollen behoben werden. Die Stimmung im Team beschreiben Verantwortliche als gut und von großem Zusammenhalt geprägt.

Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri sieht in der Kreisfreiheit eine klare Verantwortung, die sich im Alltag zeigen solle. Die Stadt will die Aufgaben unter einem Dach leistungsfähig und bürgernah erfüllen. Heike Hengster von der Agentur für Arbeit betont, die Partner strebten eine aktive Arbeitsmarktpolitik an, um entgegen dem bundesweiten Anstieg der Arbeitslosenzahlen bestmögliche Unterstützung für die Stadt zu leisten.

Weitere Informationen zum Sozialforum, zum Jobcenter und zum Sozialamt sind auf den Webseiten der Stadt und der beteiligten Einrichtungen verfügbar.

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