Der bekannte Satz „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ stammt aus der Geschichte von Hassan-i Sabbāh und den Assassinen, die im 11. Jahrhundert in Alamut, einer geheimen Festung im heutigen Iran, agierten. Diese Idee stellt einen zentralen Aspekt der Philosophie der Assassinen dar und bietet einen interessanten Einblick in eine relativistische Auffassung von Wahrheit und moralischen Standards. Der slowenische Schriftsteller Vladimir Bartol trug zur Popularisierung dieser Konzepte bei, indem er in seinem Roman über die geschichtlichen Wurzeln der Assassinen deren Faszination neu entfachte. Auch der Historiker Joseph von Hammer-Purgstall des 19. Jahrhunderts spielte eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung der Legende der Assassinen und widmete sich intensiv deren Geschichte. In diesem Kontext widerspiegelt das Zitat eine rebellische Einstellung, die auch in modernen Interpretationen der Geschichte der Assassinen, wie sie in der berühmten Videospielreihe „Assassins Creed“ dargestellt wird, erkennbar ist. Dort wird die komplizierte Beziehung zwischen Wahrheit und Freiheit thematisiert, wodurch das Zitat als zeitloses Symbol philosophischer Reflexion etabliert wird.
Hassan-i Sabbāh und die Assassinen
Hassan-i Sabbāh war im 11. Jahrhundert der Gründer der Nizari-Ismailiten und wird oft mit den legendären Assassinen in Verbindung gebracht. Diese geheime Gesellschaft, die unter seinem Kommando agierte, übernahm das Kredo „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“, welches eine radikale Sichtweise auf die Realität und Moral darstellt. Torben Lohmüller beschreibt in seinen Arbeiten, wie dieses Motto einem Freiheitsgedanken standhielt, der auch das Konzept der Freiheit von Wiedergeburt und Tod umfasste, was dem Glauben seiner Anhänger eine tiefere Bedeutung verlieh. Hasan ibn Ali ibn Muhammad, der als Großmeister der Assassinen agierte, führte seine Mitglieder durch eine Zeit der Spaltung und Auseinandersetzung mit anderen Glaubensrichtungen. Die Lehren der Ismailiten, insbesondere der Nizari-Ismailiten, betonten die Flexibilität von Wahrheiten und menschlich geschaffenen Strukturen, was in der modernen Betrachtung zu Interpretationen führt, die bis in die Bereiche von Raumfahrt und Wissenschaft reichen. Die Philosophie hinter „Nichts ist wahr, alles ist erlaubt“ hat somit nicht nur historische Wurzeln, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Verständnis von Freiheit und Moral in der heutigen Zeit.
Die Philosophie hinter ‚Nichts ist wahr‘
Gefragt nach der Bedeutung von ‚Nichts ist wahr, alles ist erlaubt‘, begegnet man schnell der Philosophie Friedrich Nietzsches, die eine Umwertung aller Werte propagiert. Diese Idee öffnet einen Raum für Moralkritik, der das traditionelle Verständnis von Wahrheitstheorien und Moral infrage stellt. Die Entfaltung von Freiheit und Widergeburt spiegelt sich dabei in der Gedankenwelt von Sören Kierkegaard wider, dessen Ansichten zur Existenz und zur Bedeutung des Individuums auf die Theologie und Religionsphilosophie einwirken. In der Bildungsphilosophie zeigt sich die Herausforderung, Werte neu zu definieren und am Beispiel von Tod und Geburt eine hermeneutische Perspektive zu entwickeln, die das Sein und die Freiheit des Menschen beleuchtet. Die Verbindung von Nietzsches Ideen mit der Figur des Hasan-i Sabbāh und den Assassinen verdeutlicht, wie philosophische Gedanken durch Geschichte hindurch geprägt werden können, und eröffnet zudem einen kritischen Dialog über Glaube und Verlangen nach Macht. So wird ‚Nichts ist wahr, alles ist erlaubt‘ nicht nur zum Motto, sondern auch zum Anlass, über die Grenzen des Erlaubten und die Möglichkeiten der persönlichen Freiheit nachzudenken.
Moderne Interpretationen und Relevanz
Die Losung ‚Nichts ist wahr, alles ist erlaubt‘ hat durch ihre philosophische Tiefe und kulturelle Relevanz im modernen Kontext an Bedeutung gewonnen. Besonders in der Ära der Aufklärung und der philosophischen Strömungen von Denkern wie Nietzsche wird die Aussage als Aufforderung zur Infragestellung von Moral und Gesetz interpretiert. Die Abkehr von absoluten Wahrheiten eröffnet Welten der Freiheit, sowohl im Individuum als auch in der Gesellschaft. In Videospielserien wie Assassin’s Creed wird diese Idee visuell vermittelt und thematisiert die Konzepte von Geburt und Tod, sowie Wiedergeburt in einem neuen Licht. Darüber hinaus wird die Philosophie, die hinter ‚Nichts ist wahr, alles ist erlaubt‘ steht, kritisch reflektiert in modernen politischen Diskursen und gesellschaftlichen Debatten. Der Hammer, als Symbol für die Zerschlagung festgefahrener Ideen, findet sich in diesen Diskursen als Werkzeug zur Bekämpfung von Dogmatismus. Die Relevanz dieser Philosophie erstreckt sich somit über die Grenzen von Religion und Mystik hinaus und spiegelt den fortwährenden Kampf um Freiheit und Wahrheit in der heutigen Welt wider.


