Die Stadt Hanau plant, die neue Hauptbahnhofbrücke früher als ursprünglich vorgesehen für den Verkehr freizugeben. Nach Angaben der Verwaltung liegt das Bauvorhaben derzeit vor dem Zeitplan, weshalb eine Inbetriebnahme nicht erst Mitte 2027, sondern noch in diesem Jahr angestrebt wird. Parallel dazu soll der Hanauer Designer Lars Contzen rund 1.000 Quadratmeter Wandflächen unterhalb der Brücke künstlerisch gestalten.
Baufortschritt und Zeitplan
Die neue Brücke ist mit einem Gesamtvolumen von 56 Millionen Euro das bislang größte Infrastrukturprojekt der Stadt. Stadt und Deutsche Bahn tragen jeweils die Hälfte der Kosten, das Land Hessen steuert rund 18 Millionen Euro bei. Nach dem Abbruch der alten Brücke Ende 2024 war die Fertigstellung ursprünglich für Mitte 2027 geplant. Aktuell entstehe eine Stützwand zwischen nördlicher und südlicher Brücke, für die etwa 330 Kubikmeter Beton eingesetzt werden, heißt es aus der Verwaltung.
Parallel laufen Kanalbauarbeiten in der Auheimer Straße und in der Westerburgstraße für die künftige Entwässerung. Weitere Arbeiten betreffen Betonierarbeiten an den Stützwänden der nördlichen Geh- und Radwegrampe zur Brüder Grimm Straße sowie die Herstellung der Zufahrtsrampe zum öffentlichen Parkplatz P2. Stadträtin Isabelle Hemsley sagte, das Projekt befinde sich vor dem Zeitplan und sie gehe davon aus, dass die Brücke noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden könne. Sie dankte den Beteiligten des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service und dem ausführenden Unternehmen für den Fortschritt der Arbeiten.
Künstlerische Gestaltung und Ausführung
Für die Gestaltung der unterhalb der Brücke liegenden Wandflächen wurde der Hanauer Künstler und Designer Lars Contzen gewonnen. Die Umsetzung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Das Konzept sieht eine Komposition aus geometrischen Formen vor, die auf einem Farbsystem mit zehn aufeinander abgestimmten, kräftigen Tönen basiert. Ziel ist eine klare und zeitlose Gestaltung, die sowohl aus vorbeifahrenden Zügen als auch aus der Nähe wirkt.
Technisch wird nach Angaben der Stadt mit 20 quadratischen Schablonen gearbeitet, die jeweils zwei Meter Seitenlänge haben und gedreht oder gespiegelt eingesetzt werden können. In der Gesamtanordnung ergeben sich 194 farbige Quadratflächen, ergänzt durch Kontrastpunkte in Schwarz und Weiß. Die Arbeiten sollen ein Malerunternehmen unter künstlerischer Leitung von Lars Contzen ausführen. Verwendet werden hochwertige Reinacrylatfarben; zudem werden ein Graffitischutz und ein Filmschutz eingesetzt, die die Reinigung erleichtern und Oberflächen vor Algen und Pilzen schützen. Sollte es zu Beschädigungen kommen, ermögliche das Schablonensystem gezielte und wirtschaftliche Ausbesserungen.
Lars Contzen, der Ende 2025 mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde, nannte die Fläche eine besondere Herausforderung. Er betonte, große Architektur brauche Struktur und Klarheit. Sein Entwurf setze auf eine präzise Anordnung geometrischer Formen und eine eigenständige Farbigkeit, die auch im Vorüberfahren wahrnehmbar sei. Gleichzeitig sei das Konzept auf langfristige Erhaltung und einfache Instandsetzung ausgelegt.
Finanzierung und Bedeutung für die Stadt
Die neue Hauptbahnhofbrücke stellt nach Angaben der Stadt das größte Infrastrukturprojekt Hanau seit Jahrzehnten dar. Die Finanzierung erfolgt hälftig durch die Stadt und die Deutsche Bahn; das Land Hessen beteiligt sich zusätzlich mit etwa 18 Millionen Euro. Die Verwaltung hebt hervor, dass der Neubau nicht nur die Verkehrsinfrastruktur erneuere, sondern auch den Stadtraum gestalterisch weiterentwickle.
Konkrete Termine für eine offizielle Eröffnung wurden bisher nicht genannt. Die Gestaltung der Wandflächen soll schrittweise mit Beginn der Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt werden.
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