Mittwoch, 18.02.2026

Frontkameras in Wiesbadener Bussen dokumentieren Falschparker und entlasten Fahrpersonal

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Nachrichten aus dem Rhein-Main Gebiet und Hessen

ESWE Verkehr zieht nach anderthalb Jahren Einsatz von Frontkameras in Linienbussen eine positive Zwischenbilanz. Seit September 2024 sind die Geräte in 14 Bussen installiert, um stehende Fahrzeuge auf Busspuren und Umweltspuren sowie in Haltestellenbereichen zu dokumentieren. Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerten die Technik als erfolgreich, und monatlich werden im Schnitt knapp 200 Meldungen an die städtischen Verkehrsbehörden weitergeleitet.

Einsatz und Funktionsweise

Die Kameras zeichnen ausschließlich den ruhenden Verkehr auf. Sie verfügen nicht über eine dauerhafte Video Funktion wie bei einer Dash Cam. Das Fahrpersonal aktiviert die Systeme manuell per Knopfdruck, wenn Fahrzeuge die Weiterfahrt behindern. Die Auslösung erzeugt eine rechtssichere Dokumentation mit Kennzeichen, Uhrzeit und dem exakten Standort über GPS Daten.

ESWE Verkehr betont, dass die Geräte rechtlich streng zweckgebunden sind und nicht zur allgemeinen Überwachung des fließenden Verkehrs dienen. Ziel des Projekts ist, Falschparker zu erfassen, die Busse zum Verlassen der Busspuren zwingen und damit sowohl Zeitverlust als auch potenzielle Gefährdungen erzeugen.

Datenschutz und Auswertung

Die Auswertung der Bilder erfolgt erst nach Rückkehr der Busse und unterliegt strengen Datenschutzregeln. Unbeteiligte Dritte müssen manuell unkenntlich gemacht werden, und jedes Ereignis wird einzeln geprüft. Dadurch ist die Auswertung aufwendig: Pro Monat fallen Aufnahmen in vierstelliger Anzahl an, die gesichtet und bewertet werden müssen.

Nur als relevant eingestufte und datenschutzkonform aufbereitete Bilder werden anschließend an die städtischen Verkehrsbehörden übermittelt. ESWE Verkehr versteht sich dabei formal als Zeugin möglicher Verkehrsverstöße; die Entscheidung über Bußgelder treffen die Behörden.

Bilanz, Kosten und Reaktionen

Nach Angaben des Unternehmens entstehen monatlich knapp 200 Meldungen an die Behörden. Die meisten Dokumentationen betreffen Bereiche in der Wiesbadener Innenstadt, insbesondere stark frequentierte Achsen wie den Kaiser Friedrich Ring, die Bahnhofstraße und die Wilhelmstraße. Ein Verstoß auf der Busspur kostet in der Regel 70 Euro. Handelt es sich um eine kombinierte Umweltspur, kann zusätzlich ein Punkt in Flensburg verhängt werden.

Geschäftsführerin Marion Hebding sagt, Frontkameras hätten sich als geeignetes Mittel etabliert, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen. Freie Busspuren dienten sowohl dem Fahrpersonal als auch den Fahrgästen, weil sie die Einhaltung des Fahrplans unterstützen und Gefährdungen verringern können, erklärt sie.

Wegen der positiven Erfahrungen von ESWE Verkehr zeigen weitere Verkehrsunternehmen aus dem Bundesgebiet Interesse an vergleichbaren Systemen. Nach Angaben des Unternehmens läuft unter anderem ein Test in Frankfurt.

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