Mittwoch, 21.01.2026

Fotos und Biografien erinnern an die erste türkische Generation in Hanau

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Mit einer gut besuchten Eröffnung am Samstag, dem 17. Januar 2026, ist im Foyer des Neustädter Rathauses in Hanau die Ausstellung Unsere Türkische Community: Erste Generation eröffnet worden. Das Projekt würdigt Menschen mit türkischen Wurzeln, die seit den 1960er und 1970er Jahren nach Hanau gekommen sind und die Stadtgesellschaft bis heute prägen.

Eröffnung und Redebeiträge

Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri hob in seiner Ansprache die historische Bedeutung der sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter hervor. Er wies darauf hin, dass der Begriff einst einen vorübergehenden Aufenthalt bezeichnete, viele Menschen aber blieben, Familien gründeten und sich engagierten. Ohne diese Lebensleistungen wäre das heutige Hanau anders, so Bieri.

Weitere Rednerinnen und Redner der Eröffnung waren die türkische Generalkonsulin Nagihan Ilknur Akdevelioglu, Staatssekretärin Katrin Hechler sowie die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck. Funck beschrieb ihre persönliche Beteiligung an der Entstehung der Ausstellung und betonte, die Offenheit und Würde, mit der die Geschichten geteilt worden seien, zeige die Bedeutung des Zuhörens. Die Ausstellung verstehe sich nicht als Abschluss, sondern als Anstoß zu weiteren Gesprächen in der Stadtgesellschaft.

Inhalte der Ausstellung

Die Ausstellung zeigt Fotografien und biografische Einblicke, die von Miri Möß vom Urban Media Project aufgenommen und gestaltet wurden. Sie dokumentieren Leistungen, Opfer und Alltagsrealitäten der ersten Generation und bieten zugleich Raum für Erinnerung und Anerkennung. Nach den Veranstaltern sprechen die Bilder besonders jüngere Angehörige der Community an und eröffnen Zugänge zur Lebensgeschichte von Eltern und Großeltern.

Als Teil der konzeptionellen Arbeit nennt die Stadt das Haus für Demokratie und Vielfalt, das die Ausstellung federführend entwickelt und produziert hat. In den vergangenen Wochen wurde die Präsentation bereits in Moscheegemeinden, bei Vereinen und öffentlichen Veranstaltungen gezeigt. Das Projekt ist als wachsendes Format angelegt und soll nach Angaben der Veranstalter stetig erweitert und an weiteren Orten im Stadtgebiet präsentiert werden.

Anerkennung für die Teilnehmenden und praktische Informationen

Bei der Eröffnung bedankten sich Bürgermeister Bieri und Stadtverordnetenvorsteherin Funck persönlich bei den 21 porträtierten Personen. Jede der beteiligten Personen erhielt demnach ein gerahmtes Bild ihres Ausstellungsfotos und eine Urkunde über einen für sie gepflanzten Baum im Hanauer Stadtwald. Funck führte aus, der Baum stehe symbolisch für die Verwurzelung der Menschen in der Stadt.

Die Ausstellung wurde mit Förderung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Rahmen des Landesprogramms WIR: Vielfalt und Teilhabe unterstützt. Das Hanauer WIR Vielfaltszentrum wird als kontinuierlicher Projektpartner genannt.

Interessierte können die Ausstellung bis zum 31. Januar im Neustädter Rathaus besuchen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 17 Uhr. Das Team des Hauses für Demokratie und Vielfalt ist während der Öffnungszeiten vor Ort und steht für Fragen zur Verfügung. Hanauer Institutionen und Vereine können die Ausstellung künftig ausleihen; Anfragen werden per E Mail an demokratie@hanau.de entgegengenommen.

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